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´Regina Jonas, früher Berlin`: auf den Spuren der weltweit ersten Rabbinerin in Kreuzberg

Nicht nur in Berlin wechseln Strassen ihre Namen.

Wir tauschen Namen vermeintlich wichtiger Männer, noch immer zu wenig für bedeutendere Frauen. Ehemals zierten illustre Namen vom Feldmarschall über den Koch oder auch mal einen Zoodirektor bis hin zur Schauspielerin die Strassennamen – noch immer sind sechsmal so viele Strassen nach Münnern benannt wie nach Frauen.

Mit Regina Jonas erscheint nun ein weiblicher Rabbiner in Berlin, gleich hier in der ehemaligen Kohlfurterstr in 10999 Berlin – jetzt REGINA JONAS: 1902 – 1944!
Jonas wurde tatsächlich  die erste Rabbinerin weltweit – ihr Abtransport nach und ihre Ermordung in Theresienstadt sprechen die untrügliche Wahrheit der NS-Zeit.

Ihre Geschichte entblättert sich im Kiez langsam von der nahezu unsichtbaren Religionslehrerin und Predigerin aus der Oranienburger Strasse zur streitbaren Rabbinerin. Zunächst hatte man ihr das Rabbinats-Diplom verweigert, der Grund: es gab einfach sonst keine praktizierenden Frauen in der Berliner jüdischen Gemeinde. Ordiniert hat sie dann doch Rabbiner Dr. Max Dienemann, Offenbach.
Erst spät gelang Professorin Katharina von Kellenbach  (Paderborn) die erfolgreiche Spurensuche vom DDR-Staatsarchiv Potsdam bis nach Theresienstadt: im dortigen Archiv des KZ fanden sich letzte Lebenszeichen der Rabbinerin.

Jetzt gibt es endlich eine Regina-Jonas-Strasse in Berlin – Kreuzberg, sie ist nur 250 Meter lang, genug um von dort zur nahe gelegenen Frenkel-Synagoge (als eine von lediglich elf Synagogen in der Stadt) am Landwehrkanal entlang zu spazieren: – s. https://www.synagoge-fraenkelufer.berlin/  – https://de.wikipedia.org/wiki/Synagoge_Fraenkelufer.- berlinsights lädt ein!

Fussnote: Kellenbach, K.v. lehrt systematische Theologie und Ökumene an der Universität Paderborn, ist Visiting Fellow in Christian-Jewish-Relations am Boston College und Professor Emerita für Religious Studies am St. Mary’s College of Maryland. Sie leitete das Projekt Bildstörungen an der Evangelischen Akademie zu Berlin (2020-2024).